
Das Wichtigste zu Fjorden in Island
- Island zählt rund 100 Fjorde, verteilt auf drei Regionen: die Ostfjorde, die Westfjorde und den Norden rund um Akureyri.
- Der Eyjafjörður im Norden ist mit 60 Kilometern der längste und zugleich am besten erreichbare große Fjord des Landes.
- Die Ostfjorde sind sanfter und grüner, die Westfjorde deutlich unberührter und einsamer – ideal für alle, die abgelegene Natur suchen.
- Beste Reisezeit ist Juni bis September, wenn alle Straßen befahrbar sind; im Winter ist vor allem der Norden um Akureyri gut erreichbar.
Welches sind die schönsten Fjorde Islands?
- Seyðisfjörður: die blaue Kirche in den Ostfjorden
- Mjóifjörður: der schmale, versteckte Fjord
- Borgarfjörður Eystri: das Reich der Papageitaucher
- Fáskrúðsfjörður: der Fjord mit französischer Geschichte
- Berufjörður: Djúpivogur, das Dorf, das sich Zeit nimmt
- Isafjörður: das Herz der Westfjorde
- Arnarfjörður: Dynjandi, der Wasserfall wie ein Brautschleier
- Patreksfjörður: das Wrack und die Vogelfelsen
- Breiðafjörður: die Bucht der tausend Inseln und der Berg Kirkjufell
- Hvalfjörður: der Walfjord nahe Reykjavík
- Eyjafjörður: Akureyri und der Norden, im Winter besonders magisch
1. Seyðisfjörður: die blaue Kirche in den Ostfjorden
Am Ende eines tief ins Landesinnere reichenden Meeresarms liegt Seyðisfjörður, der bekannteste Fjord im Osten Islands. Bunte Holzhäuser erinnern an norwegische Händler aus dem 19. Jahrhundert, dazu eine kleine blaue Kirche am Ende einer regenbogenfarben bemalten Straße – kein Wunder, dass der Ort oft zu den schönsten Dörfern Islands gezählt wird, ein Rückzugsort für Kunstschaffende am Ende der Welt. Die Anreise erfolgt über die Straße 93 ab Egilsstaðir, vorbei an rund zehn Wasserfällen, darunter der Gufufoss. Bleiben Sie eine Nacht vor Ort und erleben Sie den Fjord im Morgenlicht, am besten bei einer Seekajak-Tour aus neuer Perspektive.
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2. Mjóifjörður: der schmale, versteckte Fjord
Der Name bedeutet „schmaler Fjord", und man versteht sofort, warum: Mjóifjörður zieht sich nur wenige Kilometer zwischen hohen Bergen hindurch. Ein paar Häuser, eine ehemalige Schule als Unterkunft, eine kleine Holzkirche – perfekt für Naturfans und Wanderbegeisterte. Hier begegnet man mehr Seehunden als Autos. Die Zufahrt führt über eine Bergpiste, die nur im Sommer geöffnet ist; informieren Sie sich vorab. Am Ende der Strecke stürzt der Wasserfall Klifbrekkufossar in mehreren Stufen durchs Tal. Tanken Sie vorher voll und nehmen Sie ein Picknick mit – Geschäfte oder Tankstellen gibt es hier keine.
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3. Borgarfjörður Eystri: das Reich der Papageitaucher
Wer Papageitaucher beobachten möchte, ist hier richtig: In Hafnarhólmi lassen sie sich während der Brutzeit aus wenigen Metern Entfernung beobachten, ohne dass man die Vögel stört. Der Weg in das Dorf mit kaum 100 Einwohnerinnen und Einwohnern ist ein Abenteuer für sich – 70 Kilometer über kurvige, inzwischen asphaltierte Straßen und einen hohen Bergpass. Der Legende nach lebt die Elfenkönigin im Felsen Álfaborg gleich nebenan. Wanderbegeisterte ziehen weiter nach Stórurð mit türkisfarbenen Wasserbecken zwischen Felsen. Alle, die Papageitaucher sehen möchten, sollten von Mitte April bis Mitte August kommen. Lassen Sie sich anschließend im Álfacafé einen Kuchen schmecken.
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4. Fáskrúðsfjörður: der Fjord mit französischer Geschichte
Dieser Fjord trägt ein Stück Frankreich in sich. Schon im 19. Jahrhundert kamen Fischer aus der Bretagne und der Normandie hierher, um Kabeljau zu fangen. Zurückgeblieben sind ein Krankenhaus, ein Friedhof und bis heute zweisprachige Straßenschilder auf Französisch und Isländisch. Ein Museum im ehemaligen Seefahrerkrankenhaus erzählt diese wenig bekannte Geschichte. Die Ringstraße 1 führt nicht an allen Ostfjorden entlang – die schönsten Orte erreicht man oft nur mit einem Abstecher. Unterwegs kommen Sie an weiteren ursprünglichen Hafenorten vorbei, etwa Eskifjörður oder Stöðvarfjörður.
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5. Berufjörður: Djúpivogur, das Dorf, das sich Zeit nimmt
Am Ende der Ostfjorde liegt Djúpivogur, das einzige Dorf Islands mit dem Label „Cittaslow". Alles lädt hier zum Langsamerwerden ein: 400 Einwohnerinnen und Einwohner, ein alter Hafen, Holzhäuser. Am Wasser steht das Kunstwerk Eggin í Gleðivík mit 34 Granit-Eiern, je eines für jede hier nistende Vogelart. Darüber wacht der Búlandstindur, ein 1.069 Meter hoher Berg, der manchmal „isländischer Fuji" genannt wird. Im Sommer fährt ein Boot zur Insel Papey mit ihren Papageitaucherkolonien. Setzen Sie sich in der Langabúð von 1790 auf Kaffee und Kuchen, und lassen Sie den Nachmittag vorüberziehen.
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6. Ísafjörður: das Herz der Westfjorde in Island
Weiter geht es in die Vestfirðir, die wildeste und am dünnsten besiedelte Region Islands. Ísafjörður, der Hauptort, liegt auf einer Sandzunge am Ísafjarðardjúp und ist mit Cafés, alten Häusern und Musikfestivals idealer Ausgangspunkt für die Umgebung. Von hier fährt ein Boot zur Insel Vigur mit Papageitauchern und Küstenseeschwalben, und Touren starten nach Hornstrandir, ein wildes, nur per Boot erreichbares Naturreservat. Von Fjord zu Fjord geht es durch Tunnel, viele Nebenstraßen bestehen noch aus Schotter. Die Vestfirðir durchquert man nicht an einem Tag – planen Sie genügend Zeit ein.
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7. Arnarfjörður: Dynjandi, der Wasserfall wie ein Brautschleier
Im Arnarfjörður, dem „Adlerfjord", liegt der schönste Wasserfall der Westfjorde: Dynjandi. Der 100 Meter hohe Wasserfall wird beim Hinabstürzen immer breiter, wie ein sich entfaltender Schleier – eigentlich besteht er aus sieben Wasserfällen, von denen Dynjandi der letzte und höchste ist. Erreichbar über die Straße 60 und einen 15-minütigen Weg entlang der sechs unteren Wasserfälle. Feste Schuhe sind sinnvoll, der Boden kann rutschig sein. Wie überall im Westen lohnt sich ein früher Morgen oder Abend – weit weg vom Trubel der bekannten Orte im Süden.
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8. Patreksfjörður: das Wrack und die Vogelfelsen
Patreksfjörður hält zwei Überraschungen bereit: das Wrack der Garðar BA 64, des ältesten Stahlschiffs Islands, gebaut 1912 und seit 1981 verrostet am Ufer gestrandet – Sie können es von außen bewundern. Wenige Kilometer weiter gehören die Klippen von Látrabjarg zu den größten Vogelfelsen Europas: Auf 14 Kilometern Länge lebt hier eine besonders gut zu beobachtende Papageitaucherkolonie. Machen Sie unterwegs auch einen Abstecher nach Rauðasandur, einem langen Strand mit rot-orangefarbenem Sand, den man in Island kaum erwarten würde.
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9. Breiðafjörður: die Bucht der tausend Inseln und der Berg Kirkjufell
Zwischen den Westfjorden und Snæfellsnes sticht der Breiðafjörður, „breiter Fjord", ins Auge: Statt eines engen Tals erwartet Sie eine weite Bucht mit fast 2.000 Inseln voller Vögel. Eine Fähre verbindet Stykkishólmur mit Brjánslækur und erspart stundenlange Fahrten. Im Süden wirkt Snæfellsnes wie Island im Kleinformat: Lavafelder, schwarze Strände, ein Gletscher und der berühmte Kirkjufell, der über den Hafen von Grundarfjörður wacht. Weil die Halbinsel näher an Reykjavík liegt als die Vestfirðir, ist sie ein guter Einstieg für alle, die nicht so viel Zeit auf Ihrer Reise haben.
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10. Hvalfjörður: der „Walfjord" nahe Reykjavík
Hvalfjörður, „Walfjord", verdankt seinen Namen den ersten Siedlerinnen und Siedlern, die hier gestrandete Wale entdeckten. Heute ist der Fjord ein ruhiger Rückzugsort, weniger als eine Stunde von Reykjavík entfernt. Die meisten Autos fahren durch einen Tunnel unter dem Fjord, sodass die Uferstraße fast menschenleer geworden ist. Hier beginnt die Wanderung zum Glymur, einem der höchsten Wasserfälle Islands, der in eine moosbewachsene Schlucht stürzt – rechnen Sie mit einem halben Wandertag. Hvalfjörður ist nicht der spektakulärste, aber der am leichtesten erreichbare Fjord und bietet einen schönen ersten Eindruck.
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11. Eyjafjörður: Akureyri und der Norden, im Winter besonders magisch
Der längste Fjord des Landes führt 60 Kilometer ruhiges Wasser bis nach Akureyri, der zweitgrößten Stadt Islands, die dank ihrer Berglage von einem milden Mikroklima profitiert. Die fischreichen Gewässer machen den Fjord zu einem der besten Orte, um Buckel- und Zwergwale zu beobachten. Auch im Winter bleibt er erreichbar, wenn Westen und Osten im Schnee versinken: Akureyri ist dann idealer Ausgangspunkt zum Skifahren in Hlíðarfjall, für Nordlichter und zum Entspannen in der Forest Lagoon. Der Wasserfall Goðafoss liegt weniger als eine Stunde entfernt, der Mývatn-See etwas weiter.
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Was ist eigentlich ein Fjord?
Ein Fjord ist ein langer, schmaler Meeresarm, der von einem Gletscher geformt und später vom Meer geflutet wurde. In Island erkennt man sie auf der Karte schnell: Sie bilden drei große Regionen – die Westfjorde, also die Vestfirðir im Nordwesten, die Ostfjorde und den Norden rund um Akureyri. Im Goldenen Kreis liegen keine Fjorde, im Süden Islands ebenfalls nicht.
Beim Besuch eines Fjords tauchen Sie tief in die Landschaft ein: das Wasser und die beiden Berghänge, aber auch das Dorf am Ufer und die Lebensweise, die von Fischerei, Wetter und Jahreszeiten geprägt ist. Eine Region, die ideal ist, um ein paar Tage zu bleiben.
Rundreise und Sehenswürdigkeiten: Was ist der Unterschied zwischen den Ostfjorden und Westfjorden in Island?
Die Ostfjorde wirken sanfter und grüner, mit bunten Dörfern am Ende der Fjorde und einer vielfältigen Tierwelt, die sich oft leicht beobachten lässt. Die Westfjorde zeigen sich deutlich wilder und dramatischer: steile Klippen, eine stark zerklüftete Halbinsel und wenig Besucherinnen und Besucher. Der Osten ist gut erreichbar, der Westen vermittelt das Gefühl, sich am Ende der Welt zu befinden.
Winter oder Sommer in den Ostfjorden und Westfjorden: Wann ist die beste Reisezeit für die isländischen Fjorde?
Die beste Zeit, um bei einem Urlaub in Island die Fjorde zu besuchen, ist von Juni bis September. Dann sind alle Straßen geöffnet und Outdoor-Aktivitäten gut möglich. Außerdem ist es die ideale Saison, um heiße Quellen unter freiem Himmel und die langen hellen Tage zu genießen.
Im Winter schließen viele Straßen, und die Ziele im Westen sind dann deutlich schwerer zu erreichen. Straßen können gesperrt sein, Fahrzeiten werden länger. Nur der Norden rund um Akureyri bleibt meist gut erreichbar.
Camping, Rundreise oder Gruppenreise in den Ostfjorden, den Westfjorden und im Norden: Wie erkundet man die Fjorde in Island?
Eine Mietwagenrundreise ist ideal, um Islands Fjorde flexibel zu erkunden. Während über die Ringstraße 1 die Ostfjorde gut erreichbar sind, ist für die Schotterpisten der Westfjorde ein 4x4-Fahrzeug ratsam. So erreichen Sie ohne Zeitdruck abgelegene Täler und tiefe Gletscherfjorde.
Die Fähre über den Breiðafjörður (Stykkishólmur–Brjánslækur) ist eine entspannte Alternative zur Straße. Um die Küsten zu schützen, entscheiden Sie sich besser für Ausflüge mit kleinen Booten oder Segelbooten statt großen Schiffen.
Das Seekajak bietet den besten Blick auf die Natur. Lautlos gleiten Sie zu Meereshöhlen und versteckten Stränden, die von der Straße unerreichbar sind. So beobachten Sie Tiere wie Seehunde, Papageitaucher oder Wale aus nächster Nähe, ohne sie zu stören.
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Praktische Tipps für Ihren Besuch der Fjorde in Island
Behalten Sie vor Ort drei Dinge im Blick: Viele Nebenstraßen in den Vestfirðir bestehen noch aus Schotter, manche Pisten wie die nach Mjóifjörður können je nach Schneelage bis weit ins Frühjahr geschlossen bleiben, und das Wetter ändert sich sehr schnell.
Wenn Sie diese Regionen entspannt auf einem Roadtrip oder bei Wanderungen entdecken möchten, lohnt sich der Kontakt zu einer Agentur vor Ort.
Häufige Fragen vor einer Reise in die isländischen Fjorde
Was sind die Fjorde in Island?
Islands Fjorde sind tief ins Landesinnere ragende Meeresarme, geformt durch Gletscher der letzten Eiszeit. Rund 100 gibt es im Land, von kurzen Einschnitten bis zu 60 Kilometer langen Wasserstraßen. Jeder verbindet unberührte Natur mit eigener Geschichte: Fischerdörfer, Vogelklippen, heiße Quellen. Steile Berge fallen oft senkrecht ins Wasser. Wer Einsamkeit sucht, findet sie in den Westfjorden – und vielleicht sehen Sie sogar Polarfüchse.
Welcher ist der größte Fjord Islands?
Der Eyjafjörður im Norden ist mit rund 60 Kilometern Islands größter Fjord, von der offenen Küste bis nach Akureyri, wo im Winter ideale Bedingungen für Nordlichter herrschen. Anders als die Westfjorde ist er das ganze Jahr über per Auto oder Flugzeug gut erreichbar. Rund um Akureyri können Sie zudem Wale beobachten und die Museen besuchen.
Wie viele Fjorde gibt es in Island?
Island zählt etwa 100 Fjorde, verteilt auf die Ostfjorde, Westfjorde und den Norden um Akureyri. Allein die Westfjorde beherbergen über 50 davon, geformt durch starke Gletschererosion. Nicht alle sind gut erreichbar: manche sind ganzjährig mit dem Mietwagen erreichbar, andere nur mit 4x4 und von Juni bis September. Auch die Wasserfarbe variiert stark je nach Region und Licht.
Was ist die beste Reisedauer für eine Reise zu den Westfjorden und Ostfjorden Islands?
Planen Sie für die Ostfjorde wie Seyðisfjörður 7 bis 10 Tage ein. Für die Westfjorde sind mindestens 14 Tage ratsam. Eine Rundreise inklusive Norden, Eyjafjörður und den heißen Quellen der Region erfordert zwei bis drei Wochen. Da der öffentliche Nahverkehr begrenzt ist, bleibt mehr Zeit für die atemberaubende Aussicht und Wanderungen in den umliegenden Bergen.

























































