Marokko ist eine Reise wert. Insgesamt sind wir mit den Eindrücken, die wir von diesem Land mitnehmen durften, zufrieden.
Die Organisation und Information im Vorfeld der Reise durch Evaneos und der Partneragentur vor Ort waren problemlos und informativ, bei Nachfragen erfolgten die Antworten zügig und hilfreich.
Im Folgenden möchte ich einige Erfahrungen und auch ein paar Tipps für die Veranstalter und Marokko-Reisende mitteilen.
Am Flughafen Marrakesch wurden wir von einem Mitarbeiter von Evaneos empfangen, mussten aber aus unerfindlichen Gründen auf den Fahrer eine Stunde warten.
Das Riad **** in Marrakesch ist unbedingt zu empfehlen. Die Lage am Rande der Medina, das überaus freundliche Personal, das sehr kommunikative Besitzerpaar und die Räumlichkeiten waren sehr angenehm.
Die halbtägige Stadtführung gab einen informativen ersten Überblick über diese quirlige Stadt. Lohnt sich als Einstieg unbedingt.
Der Tagesausflug ins Ourika-Tal war dagegen ein Flop. Das Tal ist völlig überbewertet. Touristenmassen werden durch die engen Straßen geschoben, überall ist Kommerz, der Aufstieg zu den Wasserfällen führt fast vollständig im Gänsemarsch an Souvenirläden vorbei, das inkludierte Mittagessen war mäßig. Diesen Ausflug kann man sich wirklich sparen. Nachträglich haben wir im Riad erfahren, dass es alternativ auch eine Fünf-Täler-Fahrt (eintägig) gibt, die wesentlich ursprünglichere und intensivere Erfahrungen geboten hätte. Hier wären wir gerne anders beraten worden.
In Marrakesch kann man sich sehr gut auch auf eigene Faust bewegen, wenn man in den Souks den Überblick behält.
Google-Maps war hier sehr hilfreich.
Landschaftlich sehr beeindruckend war unser Ausflug in die Agafay-Wüste. Leider hatte uns die Agentur vor Ort falsch über die Startzeit informiert, so dass wir um 9.00 Uhr fix und fertig mit gepackten Koffern im Riad warteten, um dann zu erfahren, dass der Fahrer erst um 12 Uhr kommt. Das ist ein Organisationfehler, für den sich niemand entschuldigt hat.
Wenn man an den Stationen für Kameltouren und Quad-Fahren vorbei kommt, kann man diese Steinwüste und die Ruhe genießen. Manche brauchen dies, für ein ungewöhnliches Naturerlebnis ist es nicht notwendig.
Wir waren für eine denkwürdige Nacht in der ****-Lodge untergebracht. Die Lage war spektakulär und wir verbrachten einen schönen Abend mit einem guten Abendessen und einem sehenswerten Sonnenuntergang in der Wüste. Die Unterbringung erfolgte in auf den ersten Blick komfortabel eingerichteten Zelten. Als es Zeit zum Schlafen gehen war, zeigte sich aber, dass unser Zelt sich nicht mehr schließen ließ, weil die Reisverschlüsse z.T. defekt waren. Da es ein ruhiger Abend war, machten wir uns da noch keine Gedanken, was sich als Fehler erweisen sollte. In der Nacht kam ein heftiger Sturm auf dem Hochplateau auf, was dazu führte , dass die Frontseite unseres Zeltes wild im Sturm flatterte und wir große Sorge hatten, dass unser Zelt dem Sturm nicht gewachsen sein könnte. Da es mitten in der Nacht war, konnten wir auch niemanden vom Personal finden. Weit nach Mitternacht konnten wir erst Kontakt mit einem älteren Berber aufnehmen, dem es aber auch nicht gelang, die Zeltplanen zu befestigen. Nach einer weiteren Stunde konnte er mit Nadel und Faden die Zeltplanen notdürftig fixieren. In dieser Nacht haben wir kaum ein Auge zugemacht. Am nächsten Morgen gab es zu dem Geschehen kein Wort von dem Personal, die ja von den mangelhaften Zelten Bescheid gewusst haben mussten, wie die notdürftigen Flickversuche, die wir dann entdeckt haben, beweisen. Zusammengefasst: Landschaftlich unbedingt zu empfehlen, bei der Unterbringung muss aber deutlich nachgebessert werden.
Nach der Wüste ging es dann an den Atlantik nach Essaouira. Auch hier war die Unterbringung im Riad **** sehr angenehm, der Empfang war freundlich und zuvorkommend, sehr gut war die Tipps für die Lokalitäten in der Stadt. Die Medina von Essaouira ist übersichtlich. Die Gefahr sich zu verlaufen wie in den Souks von Marrakesch ist gering. Die Stadt ist sehr stark vom Tourismus geprägt. Sehenswürdigkeiten wie in Marrakesch finden sich kaum. Die Strände sind leider sehr mit Plastik verschmutzt. Wenn das Wetter nicht mitspielt, sind die Möglichkeiten, etwas zu unternehmen, schnell erschöpft. Der Rücktransport nach Marrakesch Airport verlief problemlos.
Insgesamt war die Reise anregend und spannend, leider war das Wetter nicht so wie erwartet. Es hat fast täglich geregnet, was selbst die Marokkaner überrascht hat. Aber auch hier zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels.
W.F.